10 Regeln für Referenten bei internationalen Tagungen
1. Frei sprechen
Die geschriebene Sprache eignet sich nicht für mündliche Vorträge, frei vorgetragene Ausführungen sind für die Zuhörer verständlicher und erleichtern dem Dolmetscher die Arbeit.
Wer unbedingt lesen muss, sollte für jede Seite (25 Zeilen/1500 Anschläge) 3 Minuten veranschlagen. Diese Texte müssen den Dolmetschern im Voraus, nicht am Tag des Vortrags ausgehändigt werden.
2. Unterlagen rechtzeitig an die Dolmetscher übergeben
Der Dolmetscher bereitet sich vor jeder Tagung inhaltlich und terminologisch vor. Der Veranstalter und die Referenten sollten daher auf die rechtzeitige Übergabe der Unterlagen achten, auch wenn die endgültige Fassung noch nicht vorliegt. Da die Vorbereitung im Übrigen vor und nicht während der Tagung erfolgt, müssen die Referate und Papiere spätestens ein paar Tage vor der Tagung (per Fax oder E-Mail) übermittelt werden und nicht erst bei Veranstaltungsbeginn.
3. Langsam sprechen
Sprechen Sie langsam und ruhig. Denken Sie daran, dass Ihre Ausführungen verstanden werden sollen und dass nicht nur die Dolmetscher, sondern auch alle anderen Zuhörer Ihre Informationen verarbeiten müssen.
4. In der Muttersprache sprechen
Sprechen Sie nach Möglichkeit in Ihrer Muttersprache, wenn diese als Arbeitssprache vorgesehen ist. Sie werden besser verstanden und müssen nicht in Ihre Muttersprache "rückübersetzt" werden. Wenn Sie nicht alle Arbeitssprachen beherrschen, vergessen Sie nicht, sich vor Diskussionsbeginn einen Kopfhörer zu besorgen.
5. Abkürzungen und Wortspiele vermeiden
Neben den gebräuchlichsten internationalen Abkürzungen gibt es in jeder Sprache und für jedes Sachgebiet eigene Abkürzungen, die als solche nicht allen geläufig sind. Wortspiele sind im Übrigen oft an die Ausgangssprache gebunden und daher oft unübersetzbar.
6. Redner nicht unterbrechen
Warten Sie, bis Ihr Vorredner fertig gesprochen hat und Ihr Mikrophon eingeschaltet ist. Denn selbst ein Dolmetscher kann nur einem Sprecher zuhören und nur jeweils eine Wortmeldung übersetzen.
7. Nicht ohne Mikrophon sprechen
Für Wortmeldungen außerhalb des Podiumsbereichs muss ein Mikrophon angefordert werden. Die Dolmetscher arbeiten in einer schallgedämpften Kabine und können nur die ins Mikrophon gesprochenen Ausführungen übersetzen.
8. Nicht aufs Mikrophon klopfen
Moderne Mikrophone sind höchst empfindlich, und dieses Klopfgeräusch kann für Zuhörer und Dolmetscher im Kopfhörer sehr schmerzhaft sein. Mikrophone sind in der Regel mit einer Kontrollleuchte ausgestattet.
9. Große Schriftgröße und Zahlen auf Folien und Lichtbildern verwenden
Damit Folien auch aus den hinteren Reihen lesbar sind, sollten Schriftzeichen der Größe 16-18 gewählt werden. Die Wirksamkeit und Verständlichkeit einer Folie hängt im Übrigen von der Prägnanz des Textes ab. Wer den Text der mündlichen Ausführungen projiziert, hilft dem Zuhörer nicht, sondern lenkt ihn nur unnötig ab.
10. Übersetzung von Filmen und Videos
Filme können nur übersetzt werden, wenn sie zuvor den Dolmetschern vorgeführt werden oder wenn ihnen der schriftliche Text rechtzeitig zur Verfügung gestellt wird.

