Tipps für Referenten bei internationalen Tagungen



1. Sprechen Sie frei

Die geschriebene Sprache eignet sich nicht für mündliche Vorträge, frei vorgetragene Ausführungen sind für Zuhörer und Zuhörerinnen verständlicher und erleichtern den Dolmetschern/Dolmetscherinnen die Arbeit.

Sollten Sie ihr Referat dennoch verlesen, veranschlagen Sie für jede Seite (25 Zeilen/1500 Anschläge) 3 Minuten und händigen Sie den Vortragstext den Dolmetschern/Dolmetscherinnen bereits im Vorfeld, und nicht erst am Tag der Veranstaltung aus.


2. Übermitteln Sie den Dolmetschern/Dolmetscherinnen rechtzeitig alle Unterlagen

Dolmetscher und Dolmetscherinnen bereiten sich vor - und nicht während - jeder Tagung inhaltlich und terminologisch auf ihren Einsatz vor. Veranstalter und Referenten oder Referentinnen sollten daher sämtliche Unterlagen, die der Vorbereitung dienlich sein können (Rohfassungen von Vorträgen oder Paralleltexte, Power-Point-Präsentationen usw.) den Dolmetschern/Dolmetscherinnen so bald als möglich zur Verfügung stellen.


3. Sprechen Sie langsam

Sprechen Sie langsam und ruhig; bedenken Sie, dass nicht nur die Dolmetscher/Dolmetscherinnen, sondern auch das Publikum Ihren Ausführungen folgen und diese nachhaltig verstehen möchten.


4. Sprechen Sie in Ihrer Muttersprache

Verwenden Sie Ihre Muttersprache, wenn diese als Tagungssprache vorgesehen ist. So lassen sich Rückübersetzungen vermeiden. Wenn Sie nicht alle Arbeitssprachen beherrschen, vergessen Sie nicht, sich vor Diskussionsbeginn einen Kopfhörer zu besorgen.


5. Vermeiden Sie Abkürzungen, Akronyme und Wortspiele

Neben den gebräuchlichsten internationalen Abkürzungen gibt es in jeder Sprache und für jedes Sachgebiet eigene Abkürzungen und Akronyme, die  nicht allen geläufig sind. Falls Sie solche verwenden, erklären Sie deren Bedeutung. Bedenken Sie weiters, dass Wortspiele eng an die Ausgangsprache und deren kulturellen Hintergrund gebunden und daher als solche meist unübersetzbar sind.


6. Unterbrechen Sie keine Wortmeldungen   

Warten Sie mit Ihrer Wortmeldung, bis Ihr Vorredner oder Ihre Vorrednerin fertig gesprochen hat und sprechen Sie erst dann ins eingeschaltete Mikrophon. Denn selbst  Dolmetscher und Dolmetscherinnen können jeweils nur einem Sprechenden zuhören und eine Wortmeldung übersetzen.


7. Sprechen Sie nicht ohne Mikrophon

Die Dolmetscher/Dolmetscherinnen arbeiten in einer schallgedämmten Kabine  und hören nicht, was im Saal ohne Mikrophon gesprochen wird.  
Alle  Vorträge und Wortmeldungen, die übersetzt werden sollen, erfordern daher den Einsatz eines Mikrophons.    


8. Klopfen Sie nicht aufs Mikrophon

Moderne Mikrophone sind hochempfindlich. Klopfgeräusche im Kopfhörer sind für Publikum und  Dolmetscher/Dolmetscherinnen extrem unangenehm und überdies  überflüssig, da Mikrophone heute in der Regel mit einer Ein/Aus-Kontrollleuchte ausgestattet sind.


9. Verwenden Sie lesbare Buchstaben- und Zahlengrößen für Ihre Präsentation

Damit Ihre Präsentation auch in den hinteren Reihen lesbar ist, sollte ein Schriftgrad von mindestens 16/18 gewählt werden. Bedenken Sie, dass knapp formulierte Texte einprägsamer und lesbarer sind, während lange Texte das Publikum vom Vortrag ablenkenSehen Sie weiter davon ab, einfach auf den Präsentationstext zu verweisen. Nicht alle Zuhörer und Zuhörerinnen können den Text der Präsentation in der jeweiligen Sprache lesen und verstehen. Die Dolmetscher/Dolmetscherinnen können allein schon aus Zeitgründen nur das gesprochene Wort übersetzen.  


10. Übersetzung von Filmbeiträgen

Filmbeiträge können nur übersetzt werden, wenn sie den  Dolmetschern/Dolmetscherinnen im Vorfeld in einem gängigen digitalen Format oder als Skript zur Verfügung gestellt werden.