Arbeitsbedingungen der Dolmetscher/Dolmetscherinnen



1. Arbeitsplatz

  • a) Die Simultanübersetzung erfolgt grundsätzlich in einer nach den geltenden ISO-Normen ausgeführten Kabine. Diese muss gut belüftet und lärmisoliert sein, eine Auflagefläche haben, ausreichend Platz für zwei Stühle bieten sowie einen direkten Blick auf Rednerpult und Leinwand ermöglichen. Ist die Aufstellung der Kabine im Veranstaltungssaal nicht möglich, kann mit vorheriger Zustimmung der Dolmetscher/Dolmetscherinnen die Unterbringung in einem ungestörten Nebenraum erfolgen, sofern dieser über Bildschirm mit dem Veranstaltungssaal verbunden ist.
    Die Betreuung der Dolmetschanlage muss vom Auftraggeber/ der Auftraggeberin gewährleistet werden.
  • b) Die Konsekutivübersetzung erfolgt ohne Dolmetschanlage, aus diesem Grund ist eine gute Raumakustik erforderlich. Der Dolmetscher/die Dolmetscherin benötigt eine Schreibfläche.


Erfüllt der Arbeitsplatz die oben genannten Voraussetzungen nicht, so kann sich der Dolmetscher/die Dolmetscherin unbeschadet der Honoraransprüche weigern, die vereinbarte Leistung zu erbringen.


2. Arbeitszeit

  • a) Grundsätzlich erfordert die Simultanübersetzung pro Sprachenkombination und bei Arbeitszeiten bis zu sieben Stunden den Einsatz eines zweiköpfigen Dolmetscherteams. In die Arbeitszeit nicht eingerechnet werden alle im Programm vorgesehenen Pausen und Unterbrechungen; eingerechnet werden sämtliche Verspätungen, mit Ausnahme jener, die vom Dolmetscher/der Dolmetscherin verursacht werden.
  • b) Der Einsatz eines einzigen Dolmetschers/einer einzigen Dolmetscherin ist nur bei einer Arbeitszeit von maximal 60 Minuten bei Simultanübersetzungen und von drei Stunden bei Konsekutivübersetzungen zulässig.
  • c) Während der Pausen stehen die Dolmetscher/Dolmetscherinnen für Übersetzungen nicht zur Verfügung.


3. Vorbereitung und Datenschutz

Der Auftraggeber/Die Auftraggeberin verpflichtet sich, rechtzeitig alle verfügbaren Unterlagen für eine angemessene fachliche und terminologische Vorbereitung auf die Veranstaltung bereitzustellen.
Die Dolmetscher/Dolmetscherinnen verpflichten sich ihrerseits, die im Zuge ihrer Arbeit erlangten Informationen ausschließlich für die Erfüllung des Dolmetschauftrags zu nutzen und in keinem Fall an Dritte weiterzugeben. Sie erklären weiter, die Bestimmungen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) einzuhalten.

Sollte der Auftraggeber oder die Auftraggeberin nur unzureichende Informationen zum Inhalt der Veranstaltung liefern oder die zur Vorbereitung erforderlichen Unterlagen nicht zur Verfügung stellen, haften die Dolmetscher/Dolmetscherinnen nicht für etwaige Schäden infolge einer ungenauen Übersetzung, außer bei grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz.


4. Zusätzliche Ansprüche der Dolmetscher/Dolmetscherinnen

  • a) Dolmetscher/Dolmetscherinnen haben bei Einsätzen außerhalb ihrer Wohnsitzgemeinde Anspruch auf freie Verpflegung.
  • b) Sie haben außerdem Anspruch auf freie Unterkunft, wenn sie aufgrund der Arbeits- bzw. Anreisezeiten nicht von 22.00 bis 7.00 Uhr an ihrem Wohnort sein können.
  • c) Dolmetscher/Dolmetscherinnen haben Anspruch auf Vergütung der Reisekosten von ihrer Wohnsitzgemeinde zum Tagungsort und zurück.


5. Aufzeichnung und Übertragung der Übersetzung

Die Aufzeichnung der Simultanübersetzung ist grundsätzlich nicht vorgesehen; bei Bedarf muss sie gegen Aufpreis mit dem Dolmetscherteam vereinbart werden.


6. Ersatz

Im Falle von Krankheit oder Verhinderung sorgt der Auftragnehmer/die Auftragnehmerin für einen qualifizierten Ersatz, der alle bis dahin eingegangenen Verpflichtungen übernimmt.


7. Auftragsbestätigung und Absagen

Alle Dolmetschaufträge müssen schriftlich bestätigt werden. Die Dolmetscher/Dolmetscherinnen haben Anspruch auf das gesamte vereinbarte Honorar (ohne Spesenvergütung), wenn ein bereits schriftlich bestätigter Auftrag weniger als 14 Tage vor dem geplanten Termin abgesagt oder verschoben wird.