Statuten

Art. 1 - Voraussetzungen

a) Der Südtiroler Dolmetscherverband mit Sitz in Bozen vereint Konferenzdolmetscher:innen mit nachgewiesener beruflicher Qualifikation und Erfahrung.

b) Der Verband verfolgt keine Gewinnabsichten; er wurde ausschließlich zur Wahrung der Interessen der Mitglieder und zum Schutz des Berufsbildes der Konferenzdolmetscher:innen gegründet. Der Verband versteht sich nicht als Unternehmen, das Dolmetschleistungen bereitstellt oder vermittelt. Er erlegt den Mitgliedern weder wirtschaftliche noch rechtliche Einschränkungen auf. Jedes Mitglied kann folglich seinen Beruf frei ausüben, vorbehaltlich der Einhaltung der Pflichten, die in freier und gemeinsamer Entscheidung innerhalb des Verbandes beschlossen werden.

Art. 2  - Zielsetzungen des Verbandes

Der Verband verfolgt folgende Zielsetzungen:

a) Förderung der Sichtbarkeit der Mitglieder bei all jenen, die Dolmetschdienstleistungen in Anspruch nehmen;

b) Förderung des persönlichen und beruflichen Zusammenhalts unter den Mitgliedern sowie der Zusammenarbeit und des gegenseitigen Vertrauens;

c) Förderung der Weiterbildung der Konferenzdolmetscher:innen in allen berufsrelevanten Bereichen;

d) Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Konferenzdolmetscher:innen;

e) Festlegung der Arbeitsbedingungen der Konferenzdolmetscher:innen;

f) Durchführung und Unterstützung verschiedener Initiativen zugunsten der Berufsgruppe der Konferenzdolmetscher:innen;

g) Zusammenarbeit mit anderen in- und ausländischen Dolmetscherverbänden.

Art. 3  - Verbandsvermögen

Das Verbandsvermögen setzt sich aus den jährlichen Mitgliedsbeiträgen und allfälligen weiteren Einnahmen, Spenden und Beiträgen zusammen.

Art. 4  - Anforderungen an die Mitglieder

Der Dolmetscherverband steht allen in Südtirol tätigen Konferenzdolmetscher:innen offen. Beitreten können alle Dolmetscher:innen, die folgende Voraussetzungen erfüllen:

a) hauptberufliche Tätigkeit als Konferenzdolmetscher:innen sowie deren regelmäßige Ausübung in Südtirol;

b) Wohnsitz in Südtirol zum Zeitpunkt der Einreichung des Beitrittsgesuchs; diese Voraussetzung gilt nicht für jene, die ein Aufnahmegesuch als außerordentliche Mitglieder stellen.

c) in- oder ausländischer Hochschulabschluss oder gleichwertiger Abschluss in Konferenzdolmetschen bzw. langjährige praktische Berufserfahrung als Konferenzdolmetscher:innen, die aufgrund ihrer Dauer und Qualität einer Hochschulausbildung gleichgestellt werden kann;

d) angemessene berufliche Kompetenz und professionelle Einstellung, wie sie für die Erbringung qualitativ guter Dolmetschleistungen erforderlich sind;

e) Annahme der vorliegenden Satzung und Verpflichtung, alle sich daraus und aus der Mitgliedschaft ergebenden moralischen und materiellen Verpflichtungen einzuhalten;

f) Unterlassung sämtlicher Handlungen, die der Berufsgruppe der Konferenzdolmetscher:innen oder den Zielsetzungen, den Interessen und dem Ansehen des Verbandes schaden können.

Art. 5 – Arten von Mitgliedschaft

Voraussetzung für die Aufnahme als ordentliches Mitglied sind die Erfüllung der Kriterien gemäß Art. 4 und ein entsprechender Antrag im Sinne von Art. 6 Buchst. a) und b).

Voraussetzung für die Aufnahme als außerordentliches Mitglied ist die Erfüllung der oben genannten Kriterien mit Ausnahme des Wohnsitzes in Südtirol. Der Anteil der außerordentlichen Mitglieder darf nicht mehr als 1/3 der Gesamtzahl aller Mitglieder des Verbandes ausmachen.

Dolmetscher:innen, die  alle Voraussetzungen gemäß Artikel 4 Buchstaben a), b), c), e) und f) erfüllen, aber die für die Aufnahme vorgeschriebene Mindestzahl an Arbeitstagen noch nicht erreicht haben, können die Voreinschreibung in den Verband beantragen, wobei dieselbe Vorgangsweise wie für ordentliche oder außerordentliche Mitglieder einzuhalten ist. Die Voreinschreibung verpflichtet die Dolmetscher:innen, sich an das Statut und die Beschlüsse des Verbandes zu halten, und berechtigt sie, unmittelbar nach der Einschreibung alle den Mitgliedern vorbehaltenen Unterlagen zu erhalten, ohne Stimmrecht an den Mitgliederversammlungen teilzunehmen, den Kolleg:innen vorgestellt zu werden, an den Verbandstätigkeiten und zu den gleichen Bedingungen wie die ordentlichen und außerordentlichen Mitglieder an den Weiterbildungskursen teilzunehmen.

Der Mitgliedsbeitrag für die voreingeschriebenen Mitglieder beträgt 50 % des ordentlichen Mitgliedsbeitrages.

Der Titel als Ehrenmitglied wird automatisch jedem ordentlichen oder außerordentlichen Mitglied zum Zeitpunkt des Eintritts in den Ruhestand übertragen.

Ehrenmitglieder sind von der Pflicht zur Einzahlung der Mitgliedsbeiträge befreit, werden in einer eigenen Liste ohne Kontaktdaten angeführt und haben das Recht, an allen Verbandstätigkeiten und an den Versammlungen ohne Stimmrecht teilzunehmen.

Art. 6  - Aufnahmebedingungen

a) Dolmetscher:innen, die  dem Verband beitreten möchten, übermitteln dem/der Präsidenten:in ein entsprechendes Gesuch, in welchem sie erklären, die Satzung zu kennen und anzunehmen. Dem Gesuch ist ein Lebenslauf mit Angaben zum schulischen und beruflichen Werdegang beizulegen. Für die Aufnahme als ordentliches bzw. außerordentliches Mitglied ist weiter der Nachweis von fünfzig Dolmetschtagen zu erbringen.  

b) Zum Zeitpunkt der Einreichung des Gesuchs müssen die Antragsteller:innen wenigstens acht Tage mit mindestens drei ordentlichen Mitgliedern des Verbandes zusammengearbeitet bzw. diesen die Möglichkeit gegeben haben, ihnen bei der Ausübung ihrer Tätigkeit oder in der stummen Kabine an ebenso vielen Tagen zuzuhören.

c) Bei der ersten Versammlung nach Eingang des Antrags mit sämtlichen Unterlagen wird dieser von einem eigens von dem/der Präsidenten:in ernannten fünfköpfigen Ausschuss geprüft. Diesem fünfköpfigen Ausschuss müssen auch die drei Mitglieder, welche den/die Kandidaten:in kennen, angehören.

d) Nach Einholung der Stellungnahme der Mitglieder, die dem/der Antragsteller:in beim Dolmetschen zugehört haben, prüft der Ausschuss in einer separaten Sitzung die Erfüllung der Voraussetzungen gemäß Art. 4, Buchstabe d) und formuliert mehrheitlich eine Empfehlung über die Annahme oder Ablehnung des Beitrittsgesuchs, die der Mitgliederversammlung zur Abstimmung vorgelegt wird.

e) Die Mitgliederversammlung stimmt nach Anhörung des Ausschusses und nach allfälligen Wortmeldungen anderer Mitglieder über das Gesuch ab, welches mit der Zweidrittelmehrheit der anwesenden ordentlichen Mitglieder angenommen oder abgelehnt wird. Bei Annahme des Gesuchs wird der/die Antragsteller:in sofort Mitglied des Verbandes.

f) Der/die Präsident:in teilt dem/der Antragsteller:in so bald als möglich das Ergebnis der Abstimmung mit. Wird das Gesuch abgelehnt, kann der/die Antragsteller:in erst 12 Monate nach der Abstimmung wieder ein Beitrittsgesuch stellen.

Art. 7 - Verbandsorgane

Der Verband besteht aus folgenden Organen:

a) Mitgliederversammlung

b) Präsident:in

c) Vorstand

d) Schatzmeister:in

a) Die Mitgliederversammlung ist das oberste Beschlussorgan des Verbandes. Sie besteht aus den ordentlichen Mitgliedern mit uneingeschränktem aktivem und passivem Wahlrecht und den außerordentlichen Mitgliedern, die das Stimmrecht bei jenen Beschlüssen besitzen, die nicht ausschließlich den ordentlichen Mitgliedern vorbehalten sind. Die Mitgliederversammlung findet auf Einberufung des/der Präsidenten:in mindestens einmal im Jahr, in der Regel im Herbst, statt. Jedes Mitglied hat die moralische Pflicht, an der Mitgliederversammlung teilzunehmen, sofern nicht schwerwiegende Gründe vorliegen. Bei Nichtteilnahme muss das ordentliche Mitglied das Stimmrecht mittels Vollmacht einem anderen ordentlichen Mitglied übergeben. Jedes bei der Mitgliederversammlung anwesende Mitglied darf höchstens die Vollmacht eines anderen Mitglieds übernehmen. Die außerordentliche Versammlung wird auf Beschluss des/der Präsidenten:in, auf Beschluss des Vorstandes oder auf begründeten Antrag von mindestens einem Drittel der Mitglieder hin einberufen.

Die Mitgliederversammlung beschließt in folgenden Angelegenheiten mit absoluter Mehrheit der anwesenden Mitglieder:

In den folgenden Angelegenheiten entscheidet die Mitgliederversammlung mit der Zweidrittelmehrheit der ordentlichen Mitglieder:

Die Abstimmung in der Mitgliederversammlung erfolgt in der Regel durch Handzeichen, sofern nicht von einem ordentlichen Mitglied eine geheime Abstimmung beantragt wird. Die Mitgliederversammlung ist in erster Einberufung beschlussfähig, wenn zwei Drittel der ordentlichen Mitglieder persönlich anwesend oder mittels Vollmacht vertreten sind. In zweiter Einberufung, die frühestens eine Stunde nach der ersten Einberufung anzusetzen ist, gilt die Mitgliederversammlung unabhängig von der Zahl der anwesenden bzw. der durch Vollmacht vertretenen Mitglieder auf jeden Fall als beschlussfähig.

b) Der/die Präsident:in des Verbands ist ein ordentliches Mitglied, das jährlich durch die absolute Mehrheit der Mitglieder gewählt oder im Amt bestätigt wird. Der/die Präsident:in bringt den Willen der Mitgliederversammlung zum Ausdruck, er/sie vertritt den Verband nach außen, betreibt Öffentlichkeitsarbeit für den Verband und sorgt im Rahmen der Möglichkeiten dafür, dass der Verband bei Veranstaltungen und in Gremien vertreten ist, bei denen es sinnvoll ist, die Interessen des Berufsstandes der Konferenzdolmetscher:innen zu vertreten. Der/die Präsident:in informiert die Medien, die Verbände, die öffentlichen und privaten Körperschaften über die Tätigkeit und die Initiativen des Verbandes, reicht allfällige Anträge auf Beitragsgewährung für den Verband ein und koordiniert mit Unterstützung des Vorstandes die von der Mitgliederversammlung beschlossenen Initiativen. Der/die Präsident:in beruft weiter die ordentliche und außerordentliche Mitgliederversammlung ein und übernimmt dabei den Vorsitz; er/sie erstellt die Tagesordnung und sorgt dafür, dass die Mitglieder das Einberufungsschreiben mindestens drei Wochen vorher erhalten. Der/die Präsident:in ernennt auch den fünfköpfigen Ausschuss, der die Aufgabe hat, eine Empfehlung zu den Beitrittsgesuchen neuer Mitglieder abzugeben.

c) Der Vorstand besteht aus dem/der Präsidenten:in und zwei anderen Mitgliedern des Verbandes, die jährlich von der Mitgliederversammlung gewählt oder im Amt bestätigt werden. Der Vorstand berät und unterstützt den/die Präsidenten:in in der Führung der laufenden Geschäfte. Ein Mitglied des Vorstandes kann auch den/die Präsidenten:in vertreten, sollte diese/r persönlich verhindert sein. Der Vorstand tritt je nach Bedarf auf Einberufung des/der Präsidenten:in zusammen. Der Vorstand übernimmt bei Rücktritt, Verhinderung oder Ableben des/der Präsidenten:in alle Funktionen des/der Präsidenten:in bis zur Neuwahl anlässlich der nächsten Mitgliederversammlung.

d) Der/die Schatzmeister:in ist ein Mitglied, das jährlich von der absoluten Mehrheit der Mitglieder ernannt oder im Amt bestätigt wird. Der/die Schatzmeister:in kassiert gegen Quittung die Mitgliedsbeiträge, führt die notwendigen Zahlungen und Anzahlungen durch und legt anlässlich der jährlichen Mitgliederversammlung den Rechnungsbericht mit den Aus- und Eingängen des abgelaufenen Geschäftsjahres (d.h. für den Zeitraum vom 1. Jänner bis 31. Dezember des vorhergehenden Kalenderjahres) vor.

Art. 8  - Ausübung der Ämter

Alle Verbandsmitglieder sind im Rahmen ihrer beruflichen Verpflichtungen angehalten, das Ansehen und die Tätigkeit des Verbandes zu unterstützen und die Ämter, für die sie ernannt werden, vorbehaltlich der Erstattung der Unkosten ehrenamtlich zu bekleiden.

Art. 9  - Verbandsadresse

Die Verbandsadresse wird jährlich von der Versammlung festgelegt oder bestätigt.

Art. 10  - Austritt aus dem Verband

Jedes Mitglied ist berechtigt, nach vorheriger Bezahlung der bis zum Ablauf des laufenden Geschäftsjahres noch ausstehenden Mitgliedsbeiträge vom Verband auszutreten. Der Austritt ist ab dem Datum der schriftlichen Mitteilung, die das austretende Mitglied an den/die Präsidenten/in senden muss, wirksam.

Art. 11  - Änderungen des Statuts

Alle Änderungen, Ergänzungen oder Streichungen in diesem Statut müssen schriftlich erfolgen und von der Versammlung mit Zweidrittelmehrheit der ordentlichen Mitglieder beschlossen werden.

Art. 12 - Auflösung des Verbandes

Der Verband gilt als aufgelöst, wenn dies von der Versammlung mit Zweidrittelmehrheit der ordentlichen Mitglieder beschlossen wird. In diesem Fall sind alle Mitglieder verpflichtet, allfällige ausstehende Beträge vorher einzuzahlen. Der Aktiv- oder Passivsaldo des Verbands wird zu gleichen Teilen unter den zum Zeitpunkt der Auflösung regulär eingetragenen Mitgliedern aufgeteilt.

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